Life with the O´s – Zusammen ist man weniger krank

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Was bei uns los war in letzter Zeit? Einiges, vor allem krankheitstechnisch. Die O´s waren krank. Und alleine krank ist hier bei uns niemand. Ganz auf dem Damm sind wir immer noch nicht und es dauert jetzt wirklich schon lange. Und kostet die Mami unbeschreibliches Durchhaltevermögen und starke Nerven. 

Die O´s waren bisher noch nicht richtig krank. Mal ein kleiner Schnupfen, ein bisschen Husten. Bisher war vor wenigen Wochen. Dann ging es los. O1 40,6 Grad Fieber. Mami panisch, neben dem Bett campierend. Natürlich ging es an einem Sonntag los. Da gelobe ich mir den unglaublich tollen Service unseres Kinderarztes, dem man in Notfällen eine SMS schicken und um Rat fragen kann. Als ich die SMS abgeschickt hatte war ich so aufgeregt wie mit 14, als ich mit meinem damaligen Sagem-Handy eine SMS an die „Nummer 1 meiner Top 5“ geschrieben hatte und auf Antwort bangte. Ich konnte von Glück reden, dass der Auserwählte überhaupt auch ein Handy hatte. Vielleicht hatte ich ihn aber auch deshalb ausgewählt!? Genau erinnere ich mich nicht mehr. Heutzutage haben ja glaub ich schon Kindergartenkinder Smartphones und mit 14 ist man bereits bei Tinder angemeldet. Das werde ich den O´s selbstverständlich alles verbieten, wenn es dann soweit ist, ALLES!!!

Der rettende Rückfruf des Kinderarztes auf meine SMS kam zum Glück schnell. Er beruhigte mich und versicherte mir, dass so kleine Kinder gerne so hohes Fieber haben und dass das „gut“ sei. Ich solle ein Zäpfchen geben und bräuchte nicht mit Blaulicht ins Krankenhaus fahren. Hm, naja, ich war schon kurz davor gewesen und trotzdem völlig fertig, stand Nachts jede Stunde auf, um zu checken, ob O1 noch lebte und legte ihm kalte Lappen auf die Stirn. Hier ein wichtiger Tipp: Kauft euch für die Nächte ein Fieberthermometer, dass im Ohr misst. Sonst müsst ihr die Kleinen immer aus dem Bett rauszerren, Windel aus, messen, Windel an. Und wenn man so Paras schiebt wie ich, dann gerne auch jede Stunde. Der arme O1! O1 war bei allem relativ teilnahmslos. Einfach nur gechillt. Rührend, noch nicht einmal weinerlich. Er hat zwar viel geschlafen und weniger gegessen, ansonsten glühte er vor sich hin und genoss es glaub ich irgendwie, in seinem Fieber-Chill-Modus zu verweilen. O2 war bei alldem kerngesund und genervt, dass sich die ganze Aufmerksamkeit auf O1 richtete. Nach 2 Tagen war das Fieber vorbei, Mami konnte aufatmen – und O2 kriegte das hohe Fieber. Sämtliche Angstzustände gingen wieder von vorne los. Insgesamt waren wir eine Woche im Fieberwahn. Die Welt stand in der Zeit gefühlt still, die Nächte waren schlaflos, es drehte sich alles nur um die Kinder. Ich fühlte mich ein bisschen wie in Zeiten kurz nach der Geburt zurückversetzt. Dahin war unser schöner Rhythmus. Und bis heute läuft er noch nicht wieder rund.

Nach dem Fieber kam erst die richtige Erkältung mit durchgehend laufender Nase und Husten. Und dann eine Woche später der Endgegner: Kotzeritis. 5 Tage lang ging wirklich gar nichts mehr. Kleine Kinder haben anscheinend kein Übelkeitsgefühl. Das heißt zwar, dass ihnen nicht die ganze Zeit übel ist (positiv), das heißt aber auch, dass sie fontänenartig loskotzen, obwohl sie in der Sekunde davor noch lachend auf dem Spielteppich rumgekrabbelt sind. Bei uns lief es ungefähr so ab und ich denke, man kann dies auf jedes beliebige Kleinkind verallgemeinern: Kind fängt schwallartig an zu spucken. Reflexartig reisst man es sofort hoch -> Kind kotzt einen an. Dann hält man es automatisch von einem weg -> Kind kotzt auf Teppich/in Spielzeugkiste/auf Wickelkommode/in Bettchen/in Elternbett/auf Sofa. Man rennt sofort Richtung Bad -> Kind hinterlässt Kotzspur. Und wenn man im Bad angekommen ist, wird schon wieder gelacht und die Reierei hat aufgehört. Als kleine Randinfo für Zwillingseltern: Der nicht spuckende Zwilling findet die Kotz-Seen des Anderen höchst interessant und alles andere als eklig…!!!!

Selbstverständlich war es wieder so, dass es bei einem O anfing und dann O2 es innerhalb von 2 Tagen auch bekam. Dann mein Mann, meine Eltern und Geschwister. Die Mami hatte es nicht – zunächst. Ich war vollkommen stolz, faselte irgendwas von der starken Muddi, die nichts umhaut, Magen aus Wellblech, Mutterschutz, Mamipower usw usw. Bis es bei mir losging, als es bei allen Anderen am abklingen war. Und wie, aber zum Glück nur kurz. Es ging nur einen Nachmittag und bis zum nächsten Morgen, dann war ich wieder halbwegs fit. Zum Glück kam meine Mutter gleich zum einhüten, an dem Nachmittag hätte ich die Kinder glaub ich wirklich jedem anvertraut. Ich hab einfach nur geschlafen und im Übelkeitswahn vor mich hinvegetiert und dann war es auch wieder vorbei. Zum Glück. Eine Mami kann ja auch gar nicht länger krank sein. Wohin mit den Kindern?

Früher hatte ich öfters mal „Spunk“ (wer das nicht kennt sollte mehr Astrid Lindgren lesen). Wenn ich samstags- oder sonntagsmorgens zu meinem Mann sagte, heute muss ich leider im Bett bleiben, ich hab Spunk, lachte er in sich hinein und wusste: Madame will einfach nur einen gemütlichen Tag im Bett abhängen, glotzen, surfen und chillen (was gerne auch mit einem leichten Kater-Anflug auf Grund von Alkoholkonsum am Vorabend zusammenhing). Das gibt es leider nicht mehr. Wie gerne hätte ich mal wieder einen Spunk-Tag. Aber ich beschwere mich nicht. Dafür muss ich momentan nicht bei herrlichstem Sonnenschein im Büro am Computer sitzen und verfluchen, dass am Wochenende schon wieder richtiges Schietwetter wird, wie ungerecht das alles sei und das am Wochenende wirklich NIE gutes Wetter wäre. Wir waren heute Vormittag schon auf dem Spielplatz, haben gerade auf dem Balkon Mittag gegessen und gleich packe ich die Jungs wieder ein und wir treffen eine Mami-Freundin am Gärtnerplatz, um dort einen Kaffee zu trinken. Könnte also schlimmer sein!

Ob es bei Kindern den verflixten 13.ten Monat gibt? Bei uns trifft das auf alle Fälle absolut zu! Warum erzähle ich euch nächstes Mal bei Life with the O´s!

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